
Financial Times Deutschland berichtet am 06.02.06: Bis vor wenigen Jahren war diskretes Te-lefonieren nur mit einigen Tausend Euro teuren Spezialtelefonen möglich. Dank Internettelefonie ist die ehemals für Diplomaten und Firmenschefs reservierte Technik jedermann zugänglich, der einen handelsüblichen PC besitzt. Die Telefonsoftware von Skype, über 250 Millionen Mal heruntergeladen und damit die beliebteste Möglichkeit zum Telefonieren im Netz, verschlüsselt Gespräche mit Hochsicherheitsverfahren, wie sie auch Banken verwenden. Per Gesetz sind Telefonanbieter überall auf der Welt verpflichtet, den Behörden Zutritt zu gewähren allerdings nutzt dieser Zutritt nichts mehr, wenn die Gespräche vom Absender sicher verschlüsselt werden.
Skype ist auf Abhörsicherheit konzipiert nicht aus Paranoia, sondern weil Skype-Telefonate meistens über die nicht grundsätzlich vertrauenswürdigen‚Computer von anderen Skype-Nutzern an ihr Ziel geleitet werden. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt sind zwei bis drei Millionen Computer mit laufender Skype-Software mit dem Internet und untereinander verbunden. Im Fachjargon heißt diese Technik„Peer to Peer“ ein Verbund von gleichberechtigten Computern bildet das Telefonnetz, die Firma selbst, seit vergangenem Herbst ein Teil von Ebay, kann sich Investitionen in teure Rechenzentren fast vollständig sparen. Die Software sorgt dafür, dass das Netz nicht zusammenbricht, auch wenn einer aus der Menge seinen Computer neu startet. Obwohl viele Skype-Nutzer Gespräche von anderen über ihre Rechner weiterleiten, können sie dank der Verschlüsselung nicht zuhören. Skype wirbt kräftig mit der Abhörsicherheit. Die Firma stellte vor kurzem ein Gutachten der International Association for Cryptologic Research vor, die das System für„gut entworfen und korrekt implementiert“ hält. Skype behandelt die Verschlüsselung allerdings als Betriebsgeheimnis, eine unabhängige Prüfung ist damit unmöglich.
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